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Xing, LinkedIn & Co.: So bringen Sie das Chef-Profil zum Glänzen

Wie sehen gute Profile aus?

Wie sehen gute Pro­fi­le aus?
© Mathi­as Rosen­thal – foto­lia

Eine der Auf­ga­ben einer Sekre­tä­rin ist es, den Chef gut daste­hen zu las­sen. Das ist nichts Neu­es, egal ob es um Gäs­te­be­treu­ung oder blitz­saube­re Prä­sen­ta­tio­nen geht. Heut­zu­ta­ge sor­gen immer mehr Sekre­tä­rin­nen auch dafür, dass ihr Vor­ge­setz­ter auf Xing, Lin­kedIn und Co. opti­mal auf­tritt.

Mit dem Exper­ten Hol­ger Ahrens von Die Pro­filop­ti­mie­rer, einer auf digi­ta­les Selbst­mar­ke­ting für Unter­neh­men spe­zia­li­sier­ten Bera­tungs­fir­ma, habe ich über gute und schlech­te Pro­fi­le gespro­chen sowie über die Mög­lich­kei­ten, wie Sie als Sekre­tä­rin hier Ein­fluss neh­men kön­nen.

Was macht ein gutes Chef-Profil in den Social Media aus?

Zunächst ein­mal ist oft Über­zeu­gungs­ar­beit ange­bracht, dass ein Chef-Pro­fil über­haupt not­wen­dig ist. Hier gilt: Der Chef vor­an! Gera­de in klei­ne­ren und mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men, bei denen er selbst noch Akqui­se betreibt und im Licht der Öffent­lich­keit steht, ist ein eige­nes Pro­fil mitt­ler­wei­le erfor­der­lich. Oder viel­mehr: meh­re­re Pro­fi­le. Zumin­dest Xing für den deutsch­spra­chi­gen Raum und/oder Lin­kedIn für das inter­na­tio­na­le Geschäft soll­ten regel­mä­ßig bespielt wer­den. Letz­te­res auch auf Eng­lisch und gege­be­nen­falls noch in wei­te­ren Fremd­spra­chen. Bei Face­book ist hin­ge­gen Vor­sicht gebo­ten. Wer zu viel Pri­va­tes öffent­lich pos­tet, wird unter Umstän­den als unpro­fes­sio­nell ein­ge­stuft.

Und wie sieht das Profil selbst dann aus?

Das Inter­net ist ein schnel­les Medi­um, des­halb ist lan­ges Drum­her­um­re­den nicht ange­bracht. Kla­re, geziel­te Aus­sa­gen, die schnell auf den Punkt kom­men und kon­kret die eige­ne Leis­tung benen­nen, sind ent­schei­dend dafür, dass der Leser die Bot­schaft auf­nimmt. „Was wol­len wir dar­stel­len?“ – die­se Fra­ge soll­te sich jeder stel­len, der ein Pro­fil bestückt. Beim Chef ist sie ent­schei­dend, denn er reprä­sen­tiert das gesam­te Unter­neh­men.

Unterscheidet sich ein Chef-Profil von denen anderer Personen im Unternehmen?

Ein Mit­ar­bei­ter wird sei­ne sozia­len, fach­li­chen und metho­di­schen Kom­pe­ten­zen her­aus­stel­len. Dar­um geht es beim Chef in gerin­ge­rem Aus­maß, wich­ti­ger ist, dass das Pro­fil die Phi­lo­so­phie des Unter­neh­mens trans­por­tiert. Das gilt übri­gens auch für das Foto.

Foto ist ein gutes Stichwort. Wie sollte das denn aussehen?

In jedem Fall ange­mes­sen. Wer Chef in einer Bank ist, für den ist ein Anzug selbst­ver­ständ­lich. Und dass sich pri­va­te Fotos im beruf­li­chen Umfeld nicht gut machen, hat sich rum­ge­spro­chen. Eine gute Idee ist, einen pro­fes­sio­nel­len Foto­gra­fen zu buchen, der den Kon­text des Unter­neh­mens mit auf das Bild bannt. Im Hin­ter­grund sind dann z. B. sche­men­haft Maschi­nen zu sehen, weil die Fotos in einer Werk­hal­le des Maschi­nen­bau­un­ter­neh­mens ent­stan­den sind. Das gibt schon auf den ers­ten Blick Kon­text.

Kommen wir zu den Sekretärinnen. Worin besteht ihre Aufgabe?

Der ers­te Schritt ist, den eige­nen Chef ein­mal zu goog­len: „Was fin­den ande­re?“ Dabei hat sich schon so man­cher hef­tig erschro­cken. Im Not­fall ist es sogar erfor­der­lich, einen Fach­mann hin­zu­zu­zie­hen, um die Außen­dar­stel­lung zu ret­ten. Häu­fig muss die Sekre­tä­rin auch mal deut­lich wer­den und dem Chef ver­mit­teln: Schlech­te Pro­fi­le haben schlim­me Aus­wir­kun­gen auf die Öffent­lich­keit, auf Geschäfts­part­ner und auf Bewer­ber. Das kann sich kaum eine Fir­ma heu­te leis­ten.

Wel­che Auf­ga­ben noch anfal­len, hängt sicher­lich davon ab, wie selbst­stän­dig sich der Chef in den Soci­al Media bewegt. Sein Pro­fil soll­te stän­dig aktu­ell gehal­ten wer­den, das geschieht oft im Sekre­ta­ri­at. Eben­so gilt es, die Unter­neh­mens­sei­te mit ange­mes­se­nen Infor­ma­tio­nen zu bestü­cken, für Ver­an­stal­tun­gen „zu klop­fen“ oder Prä­sen­ta­tio­nen und Mate­ria­li­en zu Fachthe­men zu tei­len. Offen­heit sorgt für Ver­trau­en und höhe­res Anse­hen. Die sozia­len Medi­en leben davon, dass immer irgend­wo irgend­was ver­öf­fent­licht und geteilt wird. Das kön­nen Unter­neh­men nut­zen und so mehr posi­ti­ve Auf­merk­sam­keit erzeu­gen. Die damit zusam­men­hän­gen­den Tätig­kei­ten wer­den oft von Sekre­tä­rin­nen und Assis­ten­tin­nen erle­digt.

Wenn Sie sich als Experte Profile ansehen, welche fünf häufigsten Fehler fallen Ihnen dabei auf?

Vie­le Men­schen wol­len ihr Pro­fil ein­mal per­fekt machen und dann mög­lichst nie wie­der anfas­sen. Das funk­tio­niert nicht. Pro­fi­le sol­len und müs­sen regel­mä­ßig aktua­li­siert und über­ar­bei­tet wer­den.

Sehr häu­fig sind schlech­te Pro­fil­bil­der zu sehen, unscharf oder unpro­fes­sio­nell, weil ein fal­sches Set­ting gewählt wur­de. Für Unter­neh­men kann es sich loh­nen, ein­mal einen Foto­gra­fen ins Haus zu holen, der von allen Mit­ar­bei­ter gute Pro­fil­bil­der macht. Die Außen­wir­kung ist dadurch homo­ge­ner und viel pro­fes­sio­nel­ler.

Im Umgang mit den sozia­len Medi­en ist wie gesagt bewuss­te Offen­heit ent­schei­dend. Wer alles für sich behal­ten will, ist hier falsch. Nur wer Infor­ma­tio­nen teilt, erhält auch wel­che. In den sozia­len Medi­en geht es ums Netz­wer­ken, um Geben und Neh­men unter den Kon­tak­ten und dar­über hin­aus. Wobei das Geben vor dem Neh­men kommt.

Aller­dings soll­te man sich auch immer wie­der fra­gen, ob die Kon­tak­te, die sich bei Xing, Lin­kedIn und so wei­ter ansam­meln, auch wirk­lich etwas brin­gen. Machen Sie nicht den Feh­ler, wahl­los Kon­takt­an­fra­gen anzu­neh­men oder zu ver­schi­cken. Fra­gen Sie sich regel­mä­ßig „Aus wel­chem Grund will ich mit die­sem Men­schen netz­wer­ken?“ Es ist sinn­voll, die eige­ne Kon­takt­lis­te regel­mä­ßig dar­auf­hin zu durch­fors­ten und auch ein­mal zu ver­schlan­ken.

Der schlimms­te Feh­ler aber ist, in den sozia­len Medi­en zu ver­har­ren, die rea­le Welt da drau­ßen zu ver­nach­läs­si­gen. Ver­ein­ba­ren Sie zum Bei­spiel nach Rück­spra­che mit Ihrem Chef Ter­mi­ne mit sei­nen Kon­tak­ten, etwa wenn Sie fest­stel­len, dass sie gleich­zei­tig Mes­sen, Kon­fe­ren­zen oder ande­re Ver­an­stal­tun­gen besu­chen. Neh­men Sie selbst an Netz­werk­tref­fen teil. Und grei­fen Sie ab und zu zum Tele­fon, um die Stim­me Ihres Kon­takts zu hören. Digi­ta­le und ana­lo­ge Welt ergän­zen sich. Nut­zen Sie das.

Vie­len Dank für das Gespräch.

 

Holger Ahrens von Die Profiloptimierer zum perfekten Chef-Profil

Hol­ger Ahrens von Die Pro­filop­ti­mie­rer, Foto: www.simonefriese.de

Hol­ger Ahrens ist Diplom­-Informatiker (FH, Fach­rich­tung Medi­en), IT-­Trainer und Bera­ter für digi­ta­les Selbst­mar­ke­ting. Durch Vor­trä­ge, Work­shops und per­sön­li­che Bera­tun­gen unter­stützt er Mit­ar­bei­ter, Unter­neh­mer und Unter­neh­men, ihre Online­-Aktivitäten erfolg­reich zu opti­mie­ren. Auf dem Ber­li­ner Assis­ten­tin­nen Kon­gress 2015 hielt er einen Vor­trag zum The­ma „Soci­al Media: Tools und Tipps im geschäft­li­chen All­tag“

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