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Katharina Münk: Westermann und Fräulein Gabriele

Buchbesprechung Katharina Münk Westermann und Fräulein Gabriele
Cover Katharina Münk: Westermann & Fräulein Gabriele

* Abb.: dtv/amazon

Richard Westermann, Vorstand in einem IT-Unternehmen, hat ein Problem: Die Entwicklung der Krypto-Box, der innovativen Verschlüsselungstechnik, des Projekts der Zukunft, gerät ins Stocken. Schlimmer noch: Es gibt ein Datenleck. Also greift Westermann zum ultimativen Schritt: Er kehrt zurück zur analogen Kommunikation. Wie praktisch, dass er sich gerade erst unversehens in eine mechanische Schreibmaschine verliebt hat. In Katharina Münks Roman „Westermann und Fräulein Gabriele“* stoßen Welten aufeinander.

Während Westermann also mit wachsender Begeisterung Nachrichten auf seiner Schreibmaschine tippt, gerät um ihn herum alles aus den Fugen. Mitarbeiter, Kollegen und nicht zuletzt seine Sekretärin Frau Marelli rätseln, was die wundersame Veränderung wohl zu bedeuten hat, sehen in ihr wahlweise Anzeichen für eine nervliche Überlastung oder ein geniales Ablenkungsmanöver. Gleichzeitig geht Westermanns Mutter die ersten Schritte in Sachen Digitalisierung, schreibt E-Mails mit dem Betreff „Richard“ und überlegt, dass sie doch gar nicht das ganze „Internetz“ brauche, sie wolle nur einen kleinen Teil buchen. Dazwischen steht Westermanns siebzehnjähriger Sohn, der die beiden amüsiert beobachtet und seinem Vater mit einem Mikrophon zu Leibe rückt, um das „Klack-klack“ der Schreibmaschine in sein digitales Archiv verschwundener Geräusche aufzunehmen.

„Westermann und Fräulein Gabriele“ ist ein typischer Münk-Roman. Bissig und satirisch nimmt die Autorin die Macken und Marotten von Managern in großen Unternehmen aufs Korn, führt ihre Figuren in absurde Situationen und schildert mit viel Humor immer skurrilere Verwicklungen. Gerade in der Überzeichnung der herrlich schrägen Figuren wird so mancher und so manche das eigene Büro, den eigenen Chef und die Kollegen wiedererkennen. Damit ist das Buch gut als Geschenk für alle Schreibtischarbeiter geeignet, die sich über die Absonderlichkeiten der modernen Arbeitswelt wundern.

Westermann und Fräulein Gabriele: Roman (dtv premium)* Katharina Münk. dtv Verlag. 14,90 Euro (Taschenbuch).

Das Buch wurde mir vom Verlag für die Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt.

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