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Warum Zufriedenheit so erstrebenswert ist

zufriedenheit erstrebenswert

Zufriedenheit hat einen schlechten Ruf. Wenn jemand gefragt wird, wie es ihm gehe, und er antwortet: „Ich bin zufrieden.“, dann kann doch etwas nicht stimmen, oder? In ihrem Buch „Zufriedenheit„* geht die Wissenschaftsautorin Christina Berndt diesem Gefühl nach – und beweist uns das Gegenteil.

Unser ganzes Leben besteht, so scheint es zumindest, aus einem permanenten Streben nach dem Glück. Wenn wir den neuen Job bekommen, dann sind wir glücklich. Oder das neue Kleid, das würde uns doch ganz sicher glücklich machen, oder? Der Nachteil dieses Denkens wird schon in diesen wenigen Sätzen offenbar: Wir streben immer nach dem Mehr. Nie reicht das aus, was wir schon haben. Nie sind wir zufrieden! Und damit reichlich unglücklich.

Was ist Zufriedenheit überhaupt?

Christina Berndt plädiert dafür, aus diesem Kreislauf der Glückssuche auszusteigen. Denn: „Das Streben nach Glück, es kann paradoxerweise ganz schön unglücklich machen.“ Weil wir uns dabei ständig vergleichen – mit dem anderen, der mehr hat als wir. Und mit dem Idealbild unserer selbst, das wir nicht erreichen können, sonst wäre es ja kein Idealbild. Zufriedenheit dagegen heißt, sein Leben in der Gänze zu akzeptieren. Die guten Seiten zu würdigen und die schlechten Seiten ebenfalls anzunehmen, sie als Teil des Lebens anzusehen. „Zufriedenheit […] kommt aus dem Inneren, sie hat viel mit dem Verstand zu tun und lässt sich deshalb erheblich besser steuern als das Glück. […] Sie tritt vor allem dadurch ein, dass man lernt, die kleinen glückseligen Momente im Leben wieder wertzuschätzen und die großen Visionen freundlich aus der Ferne zu betrachten, während man die realisierbaren Träume umzusetzen versucht.“

Was passiert in uns, wenn wir zufrieden sind?

Berndt ist Wissenschaftsjournalistin und hat für dieses Buch eine Vielzahl unterschiedliche Studien zum Thema gesichtet. Ihr Buch Zufriedenheit: Wie man sie erreicht und warum sie lohnender ist als das flüchtige Glück* ist daher kein weiterer Ratgeber zum Thema „Glückssuche“. Vielmehr geht die Autorin über weite Strecken dem Phänomen auf wissenschaftlicher Basis nach. Wann sind wir besonders zufrieden und wann eher nicht? Welche Botenstoffe werden im Gehirn ausgeschüttet – mit welchen Konsequenzen? Welche Rolle spielt unser Selbstbild? All dies untermauert Berndt durch Daten und Fakten. Und sie fügt die Geschichten von Menschen ein, die es geschafft haben, aus dem Hamsterrad der ständigen Unzufriedenheit auszubrechen.

Wie kann man Zufriedenheit erreichen?

Auch wenn dies kein Ratgeber ist, finden sich darin viele gute Ratschläge für mehr Zufriedenheit. So liefert das Buch beispielsweise einen Test für das eigene Zufriedenheitslevel. Oder einen Fragenkatalog für eine innere Bestandsaufnahme. Berndt stellt verschiedene Wege für mehr Zufriedenheit vor – jeweils mit Vor- und Nachteilen.

Zufriedenheit von Christina Berndt

Zufriedenheit von Christina Berndt. Abb.: dtv/amazon*

Meine Meinung: Ein tolle, wichtiges Buch in einer Zeit und in einer Gesellschaft, in der der Selbstoptimierungswahn oftmals merkwürdige Blüten treibt.

Christina Berndt: Zufriedenheit. Wie man sie erreicht und waum sie lohnender ist als das flüchtige Glück.* dtv. 14,90 Euro.

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