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Buchtipp: Feierabend. Warum man für seinen Job nicht brennen muss

Buchtipp: Feierabend

Gehen Sie jeden Morgen mit „großer Leidenschaft“ ins Büro? Halten Ihre Aufgaben  jede Menge „Herausforderungen“ für Sie bereit, auch wenn es sich um normale Korrespondenz mit Ihren Kunden handelt? Nein? Keine Sorge, das ist normal. Nicht normal dagegen ist, so Autor Volker Kitz, die Überbewertung des Arbeitsplatzes als Sinnspender unseres Lebens.

Schluss mit der Überhöhung der Arbeit

Volker Kitz, Jurist, Autor und Vortragsredner, räumt  in seinem Buch „Feierabend. Warum man für seinen Job nicht brennen muss„* (Werbelink) auf mit den modernen Mythen rund um die Arbeit. Wer sich die heutigen Stellenanzeigen durchliest, könnte glauben, es gäbe ausschließlich Traumjobs. Da ist von „verantwortungsvollen Aufgaben“, einem „spannenden Umfeld“, „Herausforderungen“, „Leidenschaft im Team“ und „flexiblen Arbeitszeiten“ die Rede. Bei genauerem Hinsehen aber stellt sich schnell heraus, dass die meisten Jobs weitgehend einfache Routineaufgaben bereithalten. Keine Herausforderungen, keine Leidenschaft, aber dafür jede Menge Überstunden, Zwist im Team und ein cholerischer Chef. Da brennt dann auch keiner mehr für den Job!

Mehr Ehrlichkeit!

Es ist diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der Arbeitswelt, gegen die Kitz anschreibt. Gegen die überzogenen Erwartungen, die Stellenausschreibungen wecken und die schon fast zwangsläufig enttäuscht werden. Gegen die Überhöhung der Arbeit zum Lebenszweck der Menschen. Denn das ist sie nicht. Sie ist vor allem eines: ein Geschäft. Und zwar eines, das für alle Seiten fair ablaufen sollte.

Der Arbeitgeber hat bei diesem Geschäft Anspruch darauf, dass die Arbeit in einer angemessenen Zeit und in guter Qualität erledigt wird. Mehr muss auch nicht sein und kann auch durchaus kontraproduktiv werden. Denn ein Großteil der meisten Arbeiten besteht eben darin, Routineaufgaben zu erledigen. Wenn jeder Beleg in der Buchhaltung zur „Herausforderung“ wird, die „mit Leidenschaft“ angegangen und „kreativ“ gelöst wird, bricht in den Bilanzen schnell Chaos aus.

Und der Arbeitnehmer? Nun der hat vor allem das Recht, angemessen bezahlt zu werden für seine Arbeit und die Zeit, die er dem Unternehmen zur Verfügung stellt. Der angebliche Sinn, den die Arbeit angeblich so oft spendet, führt in vielen Branchen dazu, dass die Gehälter erschreckend niedrig sind: „Ach, komm, wir machen dein Leben wert- und sinnvoll. Da kannst du nicht auch noch viel Geld erwarten, oder?“

Sehen wir Arbeit als das, was sie in vielen Fällen ist. Nämlich als langweilige Tätigkeit, die ausschließlich dazu dient, den Lebensunterhalt zu verdienen. Und schon entfällt das Argument des Sinns, um die Gehälter zu drücken. Mehr Ehrlichkeit im Beruf führt, folgt man Kitz‘ Argumentation, also zu mehr Geld auf dem Konto.

„Aber die Arbeit macht mir doch Spaß?“

Der Satz könnte von Ihnen stammen? Prima, herzlichen Glückwunsch. Es ist ja nicht verboten oder auch nur schlecht, wenn einem Arbeitnehmer der Job Spaß macht, er leidenschaftlich dabei ist und in seinen Aufgaben aufgeht. Nur ist das nicht der eigentliche Kern der Arbeit. Deren Kern ist es, da zu sein und erledigt zu werden – ob mit oder ohne Leidenschaft, ist zunächst einmal egal. Denn letztlich zählt nur das Ergebnis. Und das kann auch mit Leidenschaft grottenschlecht ausfallen.

Die Frage ist, ob Ihre vorhandene Leidenschaft für eine schlechte Bezahlung ausgenutzt wird. Ob Überstunden und Arbeitsüberlastung damit begründet werden, dass Sie ja an der „Herausforderung“ wachsen können. Dann gerät das Geschäft in Schieflage und Frust ist die Folge. Spaß am Job sollte Sie zumindest nicht davon abhalten, ein angemessenes Gehalt zu fordern.

Abb.: Fischer/amazon*

Feierabend. Warum man für seinen Job nicht brennen muss * (Werbelink)

von Volker Kitz. Fischer Verlag. 8,00 Euro.

* = Affiliatelink/Anzeige. Affiliatelink bedeutet, dass ich eine kleine Provision erhalte, wenn aus dem Klick auf diesen Link ein Geschäft, beispielsweise der Kauf eines Produkts, entsteht. Am Preis des Produkts für den Käufer ändert sich dadurch nichts.

Das Buch wurde mir vom Verlag für die Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt.

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