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Burnout bei Sekretärinnen

Burnout Sekretärinnen Tabuthema

Burnout bei Sekretärinnen ist ein absolutes Tabu-Thema. Dabei gehören Sekretärinnen und Assistentinnen durchaus zu den gefährdeten Berufsgruppen, sind sie doch oftmals in eine ganze Reihe Projekte und Vorhaben gleichzeitig eingebunden. Und die Aufgaben sind anspruchsvoll: Immer häufiger geht es um aktives Management und weniger darum, einfache Befehle und Anweisungen auszuführen. Über die Gefahr eines Burnouts bei Sekretärinnen habe ich mit dem Coach Winfried Goessl und der Agenturinhaberin und ehemaligen Assistentin Ruth Dorfner gesprochen.

Frage: Frau Dorfner, Burnout ist doch eigentlich eher ein Thema für die Chefs und Manager, oder? Welche Faktoren sind denn vor allem für die chronische Überlastung bei Sekretärinnen verantwortlich?

Ruth Dorfner: Assistentinnen und Sekretärinnen gelten nicht umsonst oftmals als „Stützen des Unternehmens“. Sie sind es, die dem Vorgesetzten den Rücken frei halten, die Arbeitstage für ihn planen, sich darum kümmern, dass er keine Termine vergisst, und organisieren oftmals daneben noch eigene Projekte bzw. unterstützen Kollegen, wenn Not am Mann ist. Dazu wird von ihnen ein hohes Maß an Loyalität und Diskretion gefordert, wobei die Sekretärin gleichzeitig ja auch noch der „Kummerkasten“ für die Mitarbeiter ist. Eine schwierige Position. Viele Sekretärinnen arbeiten nach dem Motto: „Ich bin immer für andere da, 8, 10, 12 Stunden oder noch länger im Einsatz“. Da ist es kein Wunder, dass sich nach und nach ein Gefühl der Überforderung einstellt.

Frage: Herr Goessl, woran lässt sich denn ein Burnout erkennen?

Winfried Goessl: Häufig sind bei Burnout-Betroffenen Müdigkeit, Gereiztheit, Schlafstörungen und Stress zu beobachten, wobei Stress grundsätzlich ja gar nicht so negativ ist. Nur wenn er dauerhaft und unreguliert auf uns einstürmt, wird er zu einer niemals endenden Schleife und wirkt sich negativ auf unsere körperliche und psychische Verfassung aus. Burnout ist kein Phänomen, das über Nacht entsteht. Es ist vielmehr ein Konglomerat unterschiedlicher Einflüsse. Sich immer erst an zweiter Stelle zu sehen, nicht genügend auf sich selbst zu achten, immer den Chef in den Fokus setzen – auf Dauer kann das durchaus zum Burnout führen.

Dorfner: Hinzu kommt zudem noch der hohe Dienstleistungsgedanke. Dieser ist auf der einen Seite unabdingbar, um den Beruf der Assistentin/Sekretärin gut ausführen zu können. Wem der fehlt, der ist an dieser Position schlicht falsch. Auf der anderen Seite aber ist er auch verantwortlich dafür, dass „Burnout bei Sekretärinnen und Assistentinnen“ immer häufiger zum Problem wird.

Frage: Wenn eine Leserin nun Burnout-Symptome bei sich entdeckt: Wie kann sie reagieren?

Goessl: Letztlich sollte sich jemand, der burnoutgefährdet ist, eine Beratung oder ein Coaching suchen. Wenn man erst einmal in einer Stressschleife steckt, wird es immer schwieriger, auf sich selbst zu achten. Die Energie, sich wieder selbst in den Focus seines eigenes Lebens und seiner Arbeit zu bringen, muss erst einmal aufgebracht werden. Aber der Weg lohnt sich. Nur wer sich selbst den höchsten Stellenwert gibt, kann auf Dauer auch Leistung erbringen.

Dorfner: Der Job der Assistentin/Sekretärin ist eine Gradwanderung zwischen Normalität, Überlastung und letztendlich und Burnout. Es ist wichtig, sich das immer wieder zu verdeutlichen und Stresssituationen rechtzeitig entgegenzuwirken.

Vielen Dank für das Gespräch.

Workshop gegen den Burnout bei Sekretärinnen

Ruth Dorfner und Winfried Goessl veranstalten am 19. und 20. September 2016 am Starnberger See einen Workshop für Assistentinnen, Teamassistentinnen und Sekretärinnen, mit dem die Teilnehmerinnen verhindern können, in die Burnout-Falle zu tappen.

„Arbeiten-im-Sekretariat“-Leserinnen können zum Sonderpreis von 599,00 Euro (statt 749,00 Euro) teilnehmen. Einfach bei der Anmeldung im Feld Nachricht „Blog Natusch“ angeben. Der Rabatt wird dann automatisch gutgeschrieben.

Winfried GoesslWinfried Goessl ist Inhaber des Instituts für Persönlichkeitsentwicklung und Coaching. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Gesundheit und moderne Unternehmensführung, Coaching, Mediation und Konfliktmanagement, Gesundheitsmanagement und Kompetenztrainings. www.institut-ip.de

 

 

Ruth DorfnerRuth Dorfner arbeitete jahrelang als Assistentin in nationalen und internationalen Unternehmen, bevor sie im September 2013 die AgentuRD gründete. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Officemanagement, Marketing und Eventmanagement. Hinzu kommt die Begleitung von Unternehmen bei Umstrukturierungen im Sekretariatsbereich und Ausrichtung  des Marketingportfolios. www.agentur-rd.de

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