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Das Komma bei weder … noch

Komma weder noch Kommasetzung

Wie war das noch gleich mit dem Kom­ma bei „weder … noch“? Muss da nun eines ste­hen oder nicht? Eine immer gül­ti­ge Ant­wort gibt es auf die­se Fra­ge nicht, denn es kommt auf den Zusam­men­hang an.

Weder … noch“ ist eine Kon­junk­ti­on, also ein Bin­de­wort, das gleich­ran­gi­ge Satz­tei­le, Wör­ter oder Wort­grup­pen ver­bin­det. Bei die­ser Art der Bin­de­wör­ter steht in der Regel kein Kom­ma. „Weder …  noch“ gehorcht grund­sätz­lich den­sel­ben Regeln wie „und“ oder „oder“.

Fälle, in denen kein Komma bei weder … noch steht

Wenn Sie mit „weder … noch“ ein­fa­che Satz­tei­le ver­bin­den, set­zen Sie kein Kom­ma:

  • Ich brau­che weder neue Blei­stif­te noch neue Kugel­schrei­ber.
  • Weder fah­re ich mit dem Bus noch mit dem Auto zur Arbeit.

Fälle, in denen Sie ein Komma setzen können

Ver­bin­det die Kon­junk­ti­on „weder … noch“ zwei voll­stän­di­ge Haupt­sät­ze, kön­nen Sie dazwi­schen ein Kom­ma set­zen, müs­sen dies aber nicht tun. Einen voll­stän­di­gen Haupt­satz erken­nen Sie dar­an, dass das Verb an der zwei­ten Posi­ti­on im Satz steht (hier „brau­che“ und „bestel­le“ bezie­hungs­wei­se „fah­re“ und „nut­ze“).

  • Ich brau­che weder neue Blei­stif­te noch bestel­le ich neue Kugel­schrei­ber.
    Oder:
    Ich brau­che weder neue Blei­stif­te, noch bestel­le ich neue Kugel­schrei­ber.
  • Weder fah­re ich mit dem Bus zur Arbeit noch nut­ze ich dafür das Auto.
    Oder:
    Weder fah­re ich mit dem Bus zur Arbeit, noch nut­ze ich dafür das Auto.

Die­se Regel des Kann-Kom­mas ken­nen Sie vom Bin­de­wort „und“, auch hier kön­nen Sie sich ent­schei­den, ob Sie zwi­schen zwei Haupt­sät­zen ein Kom­ma set­zen oder nicht.

Fälle, in denen Sie ein Komma setzen müssen

Wenn Sie es aller­dings mit einem ver­schach­tel­ten Satz zu tun haben, der aus meh­re­ren Haupt- und Neben­sät­zen besteht, müs­sen Sie bei der Kom­ma­set­zung genau­er hin­schau­en. Neben­sät­ze wer­den mit Kom­mas vom Haupt­satz (oder den Haupt­sät­zen, wenn meh­re­re anein­an­der­ge­reiht sind), abge­trennt. Einen Neben­satz erken­nen Sie unter ande­rem dar­an, dass das Verb an letz­ter Posi­ti­on im Satz steht (hier „schrei­be“ und „habe“ bezie­hungs­wei­se „ist“ und „fin­de“).

  • Ich brau­che weder neue Blei­stif­te, mit denen ich ohne­hin nicht schrei­be, noch bestel­le ich neue Kugel­schrei­ber, weil ich sie noch vor­rä­tig habe.
  • Weder fah­re ich mit dem Bus zur Arbeit, weil die nächs­te Bus­hal­te­stel­le so weit weg ist, noch nut­ze ich dafür das Auto, weil ich nie einen Park­platz fin­de.

Aller­dings sind sol­che ver­schach­tel­ten Sät­ze recht schwie­rig zu lesen. Mei­ner Mei­nung nach ist es bes­ser, hier aus einem Satz zwei zu machen. Dann gibt es auch kei­ne Fra­gen mehr zum Kom­ma bei „weder … noch“.

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3 Kommentare

  1. Puuh, alles nicht so leicht. Dan­ke für die Auf­klä­rung. Jetzt bin ich wie­der ein Stück­chen schlau­er! 🙂

    LG, Lee­na

    Antworten

  2. Pingback: Neue Regeln in der Rechtschreibung – Arbeiten im Sekretariat

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