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Neue Regeln in der Rechtschreibung

Neue Regeln in der Rechtschreibung seit Juni 2017

Es gibt neue Regeln in der Rechtschreibung, das „Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung“ wurde Ende Juni 2017 aktualisiert. Was ist neu? Was müssen Sie ab sofort wie schreiben? Und wie erzeugen Sie das große Eszett in Word und für Internettexte?

Es gibt ab sofort ein großes Eszett

Bestimmt sind Ihnen bespielsweise in der Werbung in der Vergangenheit schon häufiger die unterschiedlichen Schreibweisen mancher Wörter in Normalschrift und in Versalien aufgefallen.

In Normalschrift heißt es „Straße“, in Versalien wurde daraus bisher immer „STRASSE“. Manchmal konnte man auch beobachten,  dass an der Stelle einfach wieder auf die Kleinschreibung gewechselt wurde: „STRAßE“. Konnte es zu Verwechslungen kommen, etwa bei „Masse“ und „Maße“, gab es bei Versalien sogar die Schreibung „SZ“ „MASZE“ – als Variante von „Maße“. Alles keine besonders schönen Lösungen. Ab sofort kommt in diesen Fällen das große Eszett zum Einsatz. Es sieht aus wie ein Mittelding zwischen einem ß und einem B:  ẞ.

So erzeugen Sie das ẞ

Bleibt die Frage, wie Sie den neuen Buchstaben nun in den Text einfügen. Auf der Tastatur ist das große Eszett ja nicht zu finden und bisher kann kaum eine Tastatur den dafür vorgesehenen Befehl ALT Gr+h umsetzen. Also müssen Sie das ẞ zunächst von Hand erzeugen:

  • In Word gehen Sie am besten über den Unicode. Dazu geben Sie ein 1E9E und drücken direkt im Anschluss ALT+c. Die Zahlenfolge wird dann automatisch in das ẞ umgewandelt.
  • Wenn Sie den Buchstaben für einen Text im Internet brauchen, etwa für einen Blogeintrag oder um Ihre Webseite zu pflegen, tragen Sie den HTML-Befehl &#7838 in den Code ein.

Neuregelungen bei Groß- und Kleinschreibung

Klarheit will der Rat für deutsche Rechtschreibung auch für manche Fälle der Groß- und Kleinschreibung bringen.

  • Bei festen Verbindungen zwischen Adjektiv und Substantiv wird dann kleingeschrieben, wenn der Gebrauch wörtlich oder bildhaft ist – als Beispiele nennt der Rat „gläserne Decke“ und „freier Mitarbeiter“.
  • Handelt es sich hingegen um besondere Anredeformen, wie „Heiliger Vater“, wird großgeschrieben.
  • Beide Schreibweisen sind erlaubt, wenn der Gebrauch schwankend ist, wie der Rat schreibt. Beispiele dafür sind: „Goldene/goldene Hochzeit“ oder  „Technischer/technischer Dienst“. Wie immer, wenn mehrere Schreibweisen erlaubt sind, sollten Sie sich unternehmensweit auf eine gemeinsame Linie einigen, damit Ihre Korrespondenz einheitlich ist.

Aber: „Herzlich willkommen“ müssen Sie weiterhin kleinschreiben, wenn Sie es adjektivisch verwenden (im Sinne von „sei herzlich willkommen“)! Schreiben Sie aber „Ein herzliches Willkommen allen unseren Besuchern“ gebrauchen Sie „Willkommen“ als Substantiv – und müssen es also großschreiben.

Manche Schreibungen haben sich geändert

Daneben wurden einige Schreibweisen aus dem amtlichen Wörterverzeichnis gestrichen – in vielen Fällen ein echter ästhetischer Gewinn. Die „Majonäse“ entfällt ebenso wie „Wandalismus“ und „Anschovis“.

Freunde des Bindestrichs werden sich vor allem über diese Regelung freuen: „Ex-Spieler“ und „Co-Autor“ sind als Schreibweisen nun ausdrücklich erlaubt.

Die vollständige Wörterliste finden Sie hier.

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4 Kommentare

  1. Man kann das große ẞ einfacher erzeugen: AltGR + Shift + ß, sofern die Schrift dieses Zeichen unterstützt. Das ist nicht in jeder Schrift der Fall.

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    • Dann kommt bei mir das umgekehrte Fragezeichen wie im Spanischen: ¿ – das habe ich von verschiedenen anderen Personen auch schon gehört. In Word funktioniert der Unicode 1E9E mit Alt + c meines Erachtens am besten.

      Antworten

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