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Perfektionismus ade – Tipps für mehr Gelassenheit

tipps für den umgang mit dem perfektionismus

Der Perfektionismus gehört sicherlich zu den häufigsten Zeitfallen im Büro. Perfektionisten feilen an jeder Kleinigkeit endlos lange, ohne dass dadurch das Gefühl der Zufriedenheit entstünde. Und so wird weitergefeilt und wertvolle Zeit verbraucht. Andere Aufgaben können nicht oder nur unter großem Stress erledigt werden. Auf Dauer kann ein solches Vorgehen krank machen. Nicht gut! Lesen Sie, was Sie gegen Perfektionismus tun können.

Perfektionismus: Krankheit, Laster oder Tugend?

Echter, ausgeprägter Perfektionismus macht krank! Typische Folgen sind Depressionen und das Burn-out-Syndrom, es kann aber auch zu Zwangsstörungen kommen. Stellen Sie Symptome dieser Erkrankungen bei sich fest, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf.

Gleichzeitig aber gilt Perfektionismus vielen als eine Art „verzeihliches Laster“. Die halb entschuldigende Aussage „Ich bin ein Perfektionist“ rangiert an Position 2 auf der Liste der verzeihlichen Fehler. Wer dies von sich selbst sagt, räumt also einen Fehler ein, sagt aber gleichzeitig, dass dies ja nicht so schlimm sei.

Manche Menschen sehen in ihrem Perfektionismus sogar eine Tugend. Sie seien halt sorgfältiger und gewissenhafter als alle anderen. Dass sie dabei aber auch wesentlich mehr Zeit verbrauchen, gerät häufig aus dem Blick.

Die Folgen des Perfektionismus

Die gesundheitlichen Folgen des Perfektionismus sind das eine, die wirtschaftlichen das andere. Das Alles-oder-nichts-Denken, das Perfektionisten zu eigen ist, hat sehr destruktive Züge.

  • Ist die Besprechung nicht optimal verlaufen, taugen auch jene Ergebnisse, die dennoch erreicht wurden, nichts mehr. Bleibt in der Präsentation ein Fehler stehen, ist es ein Ding der Unmöglichkeit, damit vor dem Kunden zu präsentieren. Alles muss von vorn erledigt werden.
  • Häufig sind Perfektionisten der Meinung, nur sie allein könnten eine Aufgabe vernünftig erledigen. Eine Tätigkeit zu delegieren ist dann nicht mehr möglich, höchstens sehr kleinteilige und unwichtige Aufgaben werden weitergegeben.
  • Hinzu kommt noch ein ausgeprägter Kontrollzwang. Alles, was der Perfektionist nicht selbst erstellt hat, wird er zumindest ausgiebig kontrollieren. Und natürlich wird er immer Kritikpunkte finden.

Eine solche Haltung einer einzelnen Person kann ganze Abteilungen lähmen.

Perfektionismus verschlingt darüber hinaus unendlich viel Zeit. Die bekannte 80/20-Regel, entdeckt vom Italiener Vilfredo Pareto, besagt, dass wir 80 Prozent der Arbeit in 20 Prozent der Zeit schaffen. Die restlichen 80 Prozent unserer Arbeitszeit verbringen wir also damit, die übrigen 20 Prozent der Arbeit zu erledigen. In dieser Zeit polieren wir also beispielsweise unsere Briefe, optimieren Grafiken oder kümmern uns darum, dass unsere Ablage noch ein wenig perfekter wird, als sie jetzt schon ist.

Wie Sie übertriebenen Perfektionismus in den Griff bekommen

Es soll an dieser Stelle natürlich nicht darum gehen, schlampig zu arbeiten oder bestehende Fehler einfach so hinzunehmen. Aber etwas mehr Gelassenheit im Umgang mit dem Unperfekten hilft im Alltag ungemein.

  • Überlegen Sie, in welchen Bereichen Perfektionismus wirklich angebracht ist. Natürlich gibt es einige Aufgaben, die ein sehr viel höheres Maß an Perfektion erfordern als andere. Setzen Sie klare Prioritäten. Ein umfangreiches Angebot für einen Großauftrag werden Sie sicherlich lieber zweimal auf Vollständigkeit und Fehlerfreiheit in den Summen überprüfen. Hier ist zusätzlich investierte Zeit gut angebracht. Wenn es aber darum geht, schnell eine interne Aktennotiz für einen Kollegen zu erstellen, reicht es auch aus, den Text einmal Korrektur zu lesen statt dreimal.
  • Setzen Sie sich für einzelne Aufgaben Zeitlimits. So verhindern Sie, dass Sie sich in der Tätigkeit verlieren und unverhältnismäßig viel Zeit investieren.
  • Vertrauen Sie Ihren Kollegen und Kolleginnen. Gehen Sie davon aus, dass jeder seinen Job zunächst einmal gut macht, und fangen Sie nicht an, intensive Kontrollen durchzuführen. Damit machen Sie sich im Zweifelsfall auch unbeliebt. Stellen Sie bei einer einzelnen Person regelmäßig große qualitative Mängel fest, ist das ohnehin ein Fall für Ihren Vorgesetzten.
  • Verabschieden Sie sich von unrealistischen Vorstellungen. Perfektion ist zwar etwas, was man grundsätzlich anstreben sollte, aber es ist nur ein Ziel unter vielen. Andere Ziele, die dem entgegenstehen, sind etwa die effiziente Ausbeute der zur Verfügung stehenden Zeit oder eine  ausgewogene Work-Life-Balance mit ausreichend Entspannung auch im Alltag. Alle Ziele gleichzeitig lassen sich nicht erreichen, also gilt es, eine gesunde Mischung zu finden.
  • Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie geschafft haben. Echte Perfektionisten neigen dazu, ausschließlich auf die Unvollkommenheiten ihrer Arbeit zu schauen. Und übersehen dabei, wie viel sie eigentlich erledigt haben. Drehen Sie dieses Verhältnis um. Gemäß Pareto-Regel haben Sie den größten Teil der Arbeit hinter sich gebracht. Darauf können Sie stolz sein.

Welche Tipps haben Sie gegen übertriebenen Perfektionismus? Ich freue mich auf Kommentare!Merken

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