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Filmtipp: Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen

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Heute gibt es mal – ein wenig off-topic – einen Filmtipp von mir, und zwar für die Filmbiografie „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen„. Warum? Weil der Film von Vorurteilen, von Ausgrenzung und Diskriminierung erzählt. Und davon, wie dumm das alles ist. Und wie gefährlich.

„Hidden Figures“: schwarze Frauen bei der NASA

„Hidden Figures“ erzählt (dramaturgisch ein wenig aufgepeppt) die Geschichte von drei Frauen, die in den 1960er-Jahren bei der NASA arbeiteten: Katharine Goble, Dorothy Vaughan und Mary Jackson. Alle drei sind bzw. waren begabte Mathematikerinnen und schwarz. Ihre Aufgabe bei der NASA war es, Berechnungen für die Ingenieure durchzuführen oder deren Berechnungen zu kontrollieren.

Goble, Vaughan und Jackson müssen gleich mehrfach gegen Vorurteile kämpfen. Als Frauen haben sie keine Aussicht darauf, anspruchsvolle Aufgaben zu erhalten, als Schwarze bekommen sie weniger Lohn als ihre weißen Kolleginnen. Im Amerika der Rassentrennung gibt es für Schwarze und Weiße getrennte Arbeits-, Pausen- und Sanitärräume. Und als Goble als einzige schwarze Frau in eine Abteilung mit ansonsten (bis auf die Sekretärin) weißen Männern versetzt wird, stellen diese ihr eine gesonderte Kaffeekanne mit der Aufschrift „Coloured“ hin, um nicht Kaffee aus der gleichen Kanne wie sie trinken zu müssen. Aber alle drei Frauen setzen sich durch: aufgrund ihrer Leistung und ihrer Zähigkeit, sich den Widerständen entgegenzustellen. Das ist eindrucksvoll erzählt und gespielt. Nicht umsonst waren der Film als bester Film und Octavia Spencer als beste Nebendarstellerin (sie spielt Dorothy Vaughan) für einen Oscar nominiert. Gewonnen haben beide leider nicht (in der Kategorie „bestes Kostüm“ war „Hidden Figures“ nicht nominiert, von mir hätte er den sofort erhalten. Diese Kleider … hach!)

Eher scheitert das Projekt …

Wichtig ist „Hidden Figures“ meiner Meinung nach aber vor allem aus einem anderen Grund. Der Film zeigt, wie dumm, ja wie gefährlich Diskriminierung, Ausgrenzung und Vorurteile werden können. Da arbeiten hoch begabte Menschen im Team, die kluge Lösungen für ganz reale Probleme finden – und daneben sitzen andere Menschen, die sich beharrlich weigern, diese Leistung auch nur wahrzunehmen – von Anerkennung ganz zu schweigen. Warum? Weil die Lösungen von Frauen kommen. Und von Schwarzen. Lieber riskieren die weißen, von ihren Vorurteilen verblendeten Männer, dass das wichtigste Projekt, das die USA zur damaligen Zeit verfolgten, scheitert, als eine schwarze Frau mit den notwendigen Informationen zu versorgen. Wenn es nicht so unfassbar blöd wäre, könnte man darüber fast lachen.

Dabei werden die realen Ausschreitungen und die rassistischen Übergriffe auf Schwarze im Film nur angedeutet, an dieser Stelle bleibt er an der Oberfläche. Und es wäre nicht Hollywood, wenn es kein Happy End gäbe (alle drei Frauen machten auch in der Realität Karriere bei der NASA). Nur fragt man sich unwillkürlich, in wie vielen anderen Fällen es Schwarzen, es Frauen, es schwarzen Frauen eben nicht gelungen ist, sich mit ihren Ideen durchzusetzen, wie viel Potenzial da verschenkt wurde. Und wie viel Potenzial noch heute verschenkt wird, einfach dadurch, dass wir – verblendet durch unsere Vorurteile – einen anderen Menschen in eine Schublade stecken. Aufgrund seines Geschlechts, aufgrund seines Namens, aufgrund seiner Herkunft. Und das ist einfach blöd!

Mein Tipp: „Hidden Figures“ unbedingt ansehen.

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