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Flüchtlinge: Wie Unternehmen helfen

Flüchtlinge, wie Unternehmen helfen

Die Flut an verzweifelten Menschen, die vor Krieg und Verfolgung bei uns Zuflucht suchen, ist überall präsent. Über Deutschland schwappt eine Welle der Hilfsbereitschaft, die auch von den Unternehmen mitgetragen wird.

Ich habe einmal ein paar Beispiele zusammengetragen, wie Firmen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer helfen, als Inspiration und ganz bestimmt nicht abschließend.

Dass viele der Beispiele aus Hamburg stammen, liegt daran, dass ich selbst in Hamburg lebe und das Engagement unmittelbar mitbekomme. Jeder einzelne Beitrag hilft!

Unternehmen helfen unmittelbar vor Ort in den Erstaufnahmestellen

Wer in Hamburg helfen will, muss nur zu den Messehallen kommen. Dort hat eine private Initiative eine Kleiderkammer für die Flüchtlinge, die in Erstaufnahmestelle in der Nebenhalle untergebracht sind, eingerichtet. Mittlerweile ist daraus ein riesiges Hilfsprojekt geworden, eine zentrale Annahmestelle für Spenden, über die auch alle anderen Erstaufnahmestellen und weitere Hilfsinitiativen nicht nur für Flüchtlinge in der Stadt versorgt werden. Der Andrang der Hamburger, die spenden wollen, ist so groß, dass sich an den Wochenenden vor der Einfahrt zu den Messehallen ein langer Stau bildet und es zwischendurch immer wieder einen Annahmestopp gibt, um die Massen an gespendete Kleidung, Schuhe, Taschen und Bettwäsche überhaupt bewältigen zu können. In den Hallen selbst tummeln sich hunderte, an den Wochenenden an die 1000 Helfer, die Hygienesets zusammenstellen, die Kleidung nach Größen sortieren und den Weitertransport in andere Stadtteile organisieren.

Unternehmen aus der Stadt und dem Umland helfen hier in den Messehallen auf vielfältige Art und Weise. Ich nenne jetzt absichtlich keine Unternehmensnamen, weil ich damit allen, die ich nicht aufführe, Unrecht täte.

  • Zahlreiche Firmen stellen Verpackungsmaterial für den Weitertransport der gespendeten Sachen zur Verfügung: Paletten, Kartons, Folie usw.
  • LKWs und Transporter für die Logistik stammen von Autovermietungen oder ansässigen Firmen, die einen Wagen für ein paar Tage entbehren können.
  • Die Unternehmen spenden selbst viele Waren und Güter für Flüchtlinge: Hefte und Stifte für die Kindergruppen, Stoffbeutel für die Verteilung der Hygieneartikel, Hygieneartikel selbst etc.
  • Bäckereien versorgen die Helfer mit Brötchen und Gebäck, Restaurants bringen warmes Essen, Getränkelieferanten sorgen dafür, dass Wasser und Schollen bereitstehen.
  • Einzelhändler machen das Spenden für ihre Kunden leicht, indem sie hinter den Kassen Spendenboxen aufstellen, in die die Kunden Artikel, die sie spenden wollen, einfach einwerfen können.
  • Arbeitgeber stellen ihre Mitarbeiter stundenweise frei, damit diese beim Sortieren helfen können, oder packen gleich selbst mit an.

Daneben wird in vielen Unternehmen Geld gesammelt und der Chef stockt den Betrag dann meist großzügig auf.

Unterstützung bei Sprachförderung und Abwechslung

In Hamburg werden in den Messehallen und den anderen Erstaufnahmestellen vom ersten Tag an Deutschkurse angeboten, um einen schnellen Einstieg in die neue Sprache zu ermöglichen, das wird woanders nicht anders sein. Sehr viele Verlage und Buchhandlungen haben für diese Kurse Lehrbücher gespendet und zwar bundesweit. Ein Verlag für Wörterbücher hat ein komplettes digitales Arabisch-Deutsch-Wörterbuch für alle Flüchtlinge und Helfer kostenlos auf seinen Seiten freigeschaltet, um erste Sprachbarrieren zu umgehen.

Andere Unternehmen sorgen dafür, dass die Flüchtlinge einmal rauskommen aus der drückenden Enge der Erstaufnahmestelle. Busunternehmen bieten beispielsweise Stadtrundfahrten für Flüchtlingsgruppen und ihre Begleiter an, das hat auch gleich den Vorteil, dass die Neuankömmlinge gleich einmal einen Einblick erhalten, wo sie eigentlich gelandet sind. Andere Unternehmen veranstalten Willkommensfeste mit Kinderprogramm, damit vor allem die ganz Kleinen die Schrecken, die hinter Ihnen liegen, mal vergessen können. Familien werden ins Kino eingeladen usw.

Langfristige Hilfen bei der Integration

Entscheidend für die langfristige Integration der Flüchtlinge wird sein, ob es gelingt, sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren oder nicht. Gerade aus Syrien kommen gut ausgebildete Menschen zu uns. Syrien hatte vor dem Bürgerkrieg ein sehr gutes Bildungssystem, Englischunterricht war beispielsweise von der ersten Klasse an vorgesehen. Unternehmen spielen naturgemäß eine besonders große Rolle, wenn es um Arbeit geht. Derzeit ist noch viel in Bewegung, aber es zeichnen sich schon jetzt verschiedene Initiativen und Projekte ab. Die reichen von Informationsveranstaltungen über Patenschaften bis hin zu Praktikumsplätzen und Ausbildungsinitiativen, auch und gerade bei Handwerkern, die Schwierigkeiten haben, Auszubildende zu finden.

Welche Ideen und Initiativen gibt es bei Ihnen, um Flüchtlingen zu helfen? Ich freue mich über Kommentare.

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